Original PET 2001
4/8 KB, Calculator-Tastatur, integrierte Datasette, 9-Zoll-CRT, BASIC 1.0.
1977 · MOS 6502 · ROM-BASIC · 40×25 Zeichen · Datasette · IEEE-488
Der Commodore PET 2001 gehört zu den prägenden Mikrocomputern des Jahres 1977. Sein historischer Wert liegt nicht darin, der „erste Personal Computer“ gewesen zu sein, sondern in der ungewöhnlich konsequenten Integration: Rechner, Tastatur, monochromer CRT, Netzteil, ROM-BASIC und beim ursprünglichen Modell sogar die Datasette bilden ein geschlossenes, unmittelbar programmierbares System.
Hinter der scheinbar einfachen 1-MHz-6502-Maschine steckt eine technisch vielschichtige Plattform: mehrere frühe Mainboardrevisionen, 6550- oder 2114-SRAM, unterschiedliche ROM-Sätze, zwei 6520-PIAs, ein 6522-VIA, diskrete TTL-Videologik, PETSCII, ein bildschirmorientierter Editor, ein professioneller IEEE-488-Bus sowie Kassetten- und Erweiterungsschnittstellen.
Diese Dokumentation behandelt deshalb nicht nur „technische Daten“, sondern die gesamte Entwicklung vom ursprünglichen PET 2001 über die PET-/CBM-Familie bis zur langfristigen Erhaltung eines heute fast fünfzig Jahre alten Rechners. Der dokumentierte SSLXY-Archivstand führt ein funktionsfähiges PET-2001-Gerät aus der 1979er Phase; noch nicht belegte Serien-, Board- oder ROM-Daten werden ausdrücklich nicht erfunden.
4/8 KB, Calculator-Tastatur, integrierte Datasette, 9-Zoll-CRT, BASIC 1.0.
Überarbeitete Firmware, Boardvarianten und Übergang zu vollwertiger Tastatur.
Mehr RAM, BASIC 4.0, 40/80 Spalten und stärkerer professioneller Einsatz.
Originalhardware, ROM-Dumps, Tape-/Disk-Images und Emulation ergänzen sich.
Im bisherigen SSLXY-Archivstand wird das dokumentierte Gerät als Commodore PET 2001 beziehungsweise PET 2001-8 aus der 1979er Phase geführt. Der Betriebszustand ist als funktionsfähig vermerkt. Damit ist die Seite nicht nur eine allgemeine Modellbeschreibung, sondern ordnet zugleich ein konkret dokumentiertes frühes Commodore-System in den Gesamtbestand ein.
Nicht dokumentiert sind bislang Seriennummer, exakte Mainboard-Assembly, RAM-Chipfamilie und ROM-Revision. Diese Punkte werden deshalb nicht erfunden. Gerade beim PET 2001 sind sie wichtig, weil mehrere Boardrevisionen mit unterschiedlichen ROM- und SRAM-Bausteinen existieren und ein äußerlich sehr ähnliches Gerät intern deutlich anders bestückt sein kann.
Für die technische Einordnung wird deshalb zwischen sicher bekannten Eigenschaften der PET-2001-Familie und den noch nicht belegten Details des Archivgeräts unterschieden. Ein späteres Foto des Typenschilds, der Hauptplatine und des Einschaltbildschirms würde die Zuordnung weiter schärfen, ohne die heutige Dokumentation zu blockieren.
Der PET 2001 gehört zu jener kleinen Gruppe von Mikrocomputern, die 1977 zeigten, dass ein Computer nicht mehr aus nackter Platine, Frontpanel, selbst beschaffter Tastatur und improvisierter Anzeige bestehen musste. Commodore verband Rechner, Tastatur, Bildschirm, Massenspeicher und Netzteil zu einem weitgehend geschlossenen Arbeitsplatz.
Diese Integrationsidee war mindestens ebenso bedeutend wie einzelne technische Höchstleistungen. Der PET war weder der erste Computer für Einzelanwender noch der grafisch leistungsfähigste Rechner seiner Zeit. Seine historische Stärke lag darin, dass er als vollständiges, sofort nutzbares System angeboten wurde und damit besonders für Schulen, Büros und Anwender ohne Bastelambitionen attraktiv war.
Im SSLXY-Archiv bildet der PET außerdem eine wichtige Brücke: von MOS Technology und dem 6502 über Commodores frühe Rechnerarchitektur bis zu VIC-20, C64, C128 und der später völlig anders aufgebauten Amiga-Linie.
Commodore verwendete PET als Namen des Systems und löste die Buchstaben als „Personal Electronic Transactor“ auf. Der Begriff passte zu einer Zeit, in der die Bezeichnung „Personal Computer“ noch nicht die spätere, fest umrissene Bedeutung hatte.
Die Modellnummer 2001 bezeichnete die erste Produktgeneration. Spätere Varianten und regionale Bezeichnungen führten zu einer unübersichtlichen Familie aus PET-2001-Namen, CBM-3000-, 4000- und 8000-Reihen. Deshalb ist es wichtig, den ursprünglichen PET 2001 mit kleiner Calculator-Tastatur nicht mit jeder späteren PET-/CBM-Maschine gleichzusetzen.
1977 gilt als Schlüsseljahr des frühen Personal-Computing-Marktes. Commodore zeigte den PET 2001 im Januar auf der Winter CES; Apple brachte den Apple II auf den Markt, und Radio Shack/Tandy folgte mit dem TRS-80. Diese Maschinen waren sehr unterschiedlich, hatten aber gemeinsam, dass sie weit näher an einem gebrauchsfertigen Computer lagen als viele frühere Hobby-Systeme.
Der PET war dabei besonders konsequent integriert. Der erste Serienentwurf kombinierte einen MOS-6502-Prozessor, 4 oder 8 KB RAM, einen kleinen monochromen Bildschirm, eine eingebaute Datasette und eine auffällige Calculator-Tastatur in einem Metallgehäuse.
Die ersten Stückzahlen waren gering und die Nachfrage überstieg anfangs die Produktionskapazität. Dadurch verlief der Übergang von der CES-Vorführung zur breiteren Verfügbarkeit nicht schlagartig, sondern über Monate.
Chuck Peddle war sowohl an der 6502-Entwicklung als auch an Commodores frühem Computerkurs maßgeblich beteiligt. Der 6502 entstand bei MOS Technology als preisgünstiger Mikroprozessor und bildete bereits im KIM-1 die Basis eines kompakten Entwicklungs- und Lernsystems.
Commodore übernahm MOS Technology 1976. Damit erhielt das Unternehmen nicht nur einen Prozessorlieferanten, sondern unmittelbaren Zugriff auf Entwickler, Know-how und zentrale I/O-Bausteine. Der PET konnte dadurch stark auf Komponenten aus dem eigenen Unternehmensverbund setzen.
Die KIM-1-Erfahrung ist im PET noch deutlich zu erkennen: 6502-Zentralprozessor, memory-mapped I/O, einfache Busstruktur und ein relativ transparenter Zugriff auf Hardware aus Maschinensprache und BASIC.
Der PET wurde als zusammenhängendes Gerät konstruiert. Bildschirm, Hauptplatine, Netzteil, Tastatur und beim frühen Modell auch der Kassettenrecorder bilden eine Einheit. Das reduzierte die Zahl externer Komponenten, die für den ersten Start benötigt wurden.
Dieser Ansatz machte den PET optisch eher zu einem Bürogerät als zu einem offenen Hobbycomputer. Gleichzeitig begrenzte er den internen Ausbau gegenüber slotreichen Systemen. Die Erweiterbarkeit verlagerte sich auf externe Schnittstellen und auf Änderungen beziehungsweise Erweiterungen der Hauptplatine.
Für Schulen und kleinere Organisationen war genau diese Geschlossenheit attraktiv: weniger Einzelteile, weniger Verkabelung und ein definiertes System, das nach dem Einschalten unmittelbar in die BASIC-Umgebung startete.
Der frühe PET besitzt ein schweres Metallgehäuse. Die obere Einheit lässt sich zur Wartung anheben; dadurch wird die Hauptplatine zugänglich, ohne das gesamte Gerät in Einzelteile zerlegen zu müssen.
Die Formensprache erinnert bewusst an Büro- und Messgeräte der 1970er Jahre. Der kleine Bildschirm sitzt in einem trapezförmigen Aufbau über der Arbeitsfläche. Unterhalb befindet sich die Hauptplatine; vorne teilen sich Tastatur und eingebaute Datasette den verfügbaren Platz.
Die Integration führt zu einem für heutige Verhältnisse hohen Gewicht. Gleichzeitig entsteht ein sehr charakteristischer, geschlossener Rechner, dessen physische Gestaltung eng mit der Funktion verknüpft ist.
Die erste PET-2001-Generation wurde mit 4 KB beziehungsweise 8 KB RAM angeboten. Die knappe 4-KB-Ausführung erwies sich schnell als stark eingeschränkt, weil Firmwarevariablen, Bildschirmverwaltung und BASIC-Arbeitsspeicher bereits einen erheblichen Teil des verfügbaren Speichers beanspruchten.
Die 8-KB-Version wurde deshalb praktisch zum wichtigeren frühen Modell. Beim Einschalten eines 8-KB-PET stehen nicht die vollen 8192 Byte als BASIC-Speicher zur Verfügung; ein Teil ist bereits für Systemzwecke belegt.
Spätere PET-2001-N/-B- und CBM-3000-Varianten brachten unter anderem mehr RAM, eine größere Tastatur und Änderungen an Hauptplatine und ROMs. Sie gehören zur selben Entwicklungslinie, sind aber nicht identisch mit dem ursprünglichen „Chiclet“-PET.
Der PET 2001 existiert mit mehreren frühen Hauptplatinen. Dokumentierte Commodore-Schaltpläne zeigen unter anderem die Assemblies 320008, 320081, 320132 und 320137. Diese Revisionen unterscheiden sich bei ROM- und RAM-Bausteinen.
Sehr frühe Boards verwenden MOS-6540-ROMs und MOS-6550-SRAMs. Andere Varianten kombinieren 2316B-ROMs mit 6550-RAM; spätere statische Boards verwenden 2114-SRAM. Dadurch sind Ersatzteilfragen, Fehlerbilder und ROM-Sockel nicht für jeden PET 2001 gleich.
Bei einem konkreten Archivgerät ist deshalb die Boardnummer eine der wertvollsten Identifikationsangaben. Sie lässt sich nicht zuverlässig aus Baujahr oder Gehäuseform allein ableiten.
| Beispiel-Assembly | ROM-Bestückung | RAM-Bestückung | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| 320008 | 6540 | 6550 SRAM | sehr frühe originale Ausführung |
| 320081 | 2316B | 6550 SRAM | ROM-Bausteine geändert |
| 320132 | 6540 | 2114 SRAM | RAM-Generation geändert |
| 320137 | 2316B | 2114 SRAM | spätere statische Boardvariante |
Der PET 2001 besitzt keinen hochintegrierten Grafikchip wie spätere Commodore-Rechner. Die Bildausgabe wird bei den frühen Geräten aus diskreter TTL-Logik aufgebaut. CPU, RAM, ROM, Bildschirm-RAM und I/O teilen sich den 16-Bit-Adressraum des 6502.
Zwei MOS-6520-PIA-Bausteine und ein MOS-6522-VIA übernehmen einen großen Teil der Ein-/Ausgabe. Sie bedienen Tastatur, IEEE-488, Kassettensteuerung, User-Port und Systemsignale.
Diese Architektur ist für die Zeit bemerkenswert transparent: Software kann viele Hardwarefunktionen direkt über Speicheradressen ansprechen. Genau diese Offenheit machte den PET sowohl für Unterricht als auch für hardwarenahe Experimente interessant.
PET 2001 – vereinfachte Funktionsblöcke
MOS 6502 CPU
|
+-- RAM (4/8 KB im Original, spätere Ausbauten bis 32 KB)
+-- Screen RAM
+-- BASIC-/Editor-/System-ROM
+-- 6520 PIA #1
+-- 6520 PIA #2
+-- 6522 VIA
+-- diskrete TTL-Videologik
|
+-- IEEE-488
+-- User-Port
+-- interne + externe Datasette
+-- Expansion-Port
Der PET verwendet einen MOS Technology 6502 mit ungefähr 1 MHz Takt. Der Prozessor besitzt einen 8-Bit-Datenbus und einen 16-Bit-Adressbus, wodurch 64 KB Adressraum direkt erreichbar sind.
Zum Registersatz gehören Akkumulator A, Indexregister X und Y, Stack Pointer, Statusregister und 16-Bit-Program-Counter. Der Hardwarestack liegt fest in Page 1 des Adressraums, also im Bereich $0100 bis $01FF.
Die 6502-Architektur ist eng mit den späteren 8-Bit-Commodore-Systemen verbunden. VIC-20, C64 und weitere Rechner verwenden dieselbe Prozessorfamilie beziehungsweise Ableitungen, auch wenn ihre Peripherie- und Speicherarchitektur deutlich weiterentwickelt wurde.
Die Adressen $0000 bis $00FF bilden die Zero Page. Der 6502 besitzt spezielle kurze und oft schnelle Adressierungsformen für diesen Bereich. Betriebssystem und BASIC nutzen ihn intensiv für Zeiger, temporäre Werte und interne Zustände.
Der Bereich $0100 bis $01FF ist der Hardwarestack. Der Stack Pointer ist nur acht Bit breit; der Prozessor ergänzt deshalb automatisch die obere Adresshälfte $01.
Diese feste Struktur ist bei Debugging und Maschinensprache zentral. Ein Speicherabbild der ersten beiden Pages sagt oft viel über den Zustand des laufenden Systems aus.
Der Peripheral Interface Adapter 6520 stellt parallele I/O-Leitungen und Handshakefunktionen bereit. Im PET sind zwei PIA-Bausteine vorhanden.
Eine PIA ist eng mit Tastaturabfrage und Systemsignalen verbunden; die andere ist an IEEE-488-Funktionen beteiligt. Die Aufteilung ermöglicht eine weitgehend programmierbare Peripheriesteuerung ohne einen speziellen proprietären I/O-Chip.
Für Fehlersuche sind die PIA-Bausteine wichtig, weil ein Ausfall gleichzeitig scheinbar unabhängige Symptome erzeugen kann – beispielsweise fehlende Tastatureingaben oder Probleme an einer externen Schnittstelle.
Der 6522 Versatile Interface Adapter ergänzt parallele Ports um Timer, Handshakeleitungen und ein Schieberegister. Im PET ist er unter anderem mit dem programmierbaren User-Port verbunden.
Die Port-A-Leitungen können einzeln als Ein- oder Ausgang konfiguriert werden. Zusätzliche Leitungen wie CA1 und CB2 erlauben Handshake- und Spezialfunktionen.
CB2 wurde bei frühen PET-Systemen häufig für externe Tonerzeugung genutzt. Der ursprüngliche PET 2001 besitzt jedoch keinen eigentlichen Soundchip und sollte nicht so beschrieben werden, als hätte er serienmäßig einen SID-artigen oder vergleichbaren Audioerzeuger.
Der 6502 arbeitet im PET nominell mit etwa 1 MHz. Für historische Dokumentation genügt diese Größenordnung meist besser als eine scheinbar exakte Zahl, die je nach Videonorm und Boardkontext falsch verallgemeinert werden könnte.
Die Systemzeit und die Tastaturabfrage hängen mit dem periodischen Videotiming zusammen. Das zeigt, wie eng Video- und Betriebssystemlogik in frühen Mikrocomputern gekoppelt waren.
Für Emulatoren ist nicht nur die CPU-Taktrate relevant. Auch das Timing von Video, I/O und Interrupts muss zusammenpassen, wenn hardwarenahe Software authentisch laufen soll.
Der 6502 kann 64 KB adressieren, doch der frühe PET belegt davon nur einen Teil mit physischem RAM und ROM. Der Bereich oberhalb des Benutzer-RAMs enthält Bildschirm-RAM, freie ROM-Sockel, System-ROM und memory-mapped I/O.
Die konkrete Spiegelung und Belegung hängt von Board- und ROM-Revision ab. Die folgende Darstellung zeigt deshalb die klassische logische Orientierung, nicht jede interne Decodierungsbesonderheit.
Besonders wichtig ist die Korrektur gegenüber vielen vereinfachten Darstellungen: Bildschirm-RAM liegt im $8xxx-Bereich, drei $9xxx/$Axxx/$Bxxx-Bereiche können für Erweiterungs-ROMs verwendet werden, und das I/O-Fenster liegt bei $E800 bis $EFFF.
PET 2001 – klassische logische Speicherorientierung
$0000-$00FF Zero Page
$0100-$01FF 6502-Hardwarestack
$0200-... BASIC-/Benutzer-RAM
$8000-$83E7 1000 sichtbare Screen-Zellen bei 40×25
$8xxx Screen-RAM, je nach Decodierung gespiegelt
$9000-$BFFF optionale ROM-/Erweiterungsbereiche
$C000-$DFFF BASIC-ROM
$E000-$E7FF Editor-ROM
$E800-$EFFF memory-mapped I/O
$F000-$FFFF System-ROM / Sprungvektoren
Hinweis: physische ROM-/RAM-Bausteine und Spiegelungen variieren
zwischen Board- und ROM-Revisionen.
Die frühe PET-2001-Generation verwendet statisches RAM. Besonders die MOS-6550-Bausteine der sehr frühen Boards sind für ihre historische Bedeutung und heute auch für ihre Ausfallanfälligkeit bekannt.
Andere Original-Boardrevisionen verwenden 2114-SRAM. Deshalb ist die pauschale Aussage, alle PET 2001 hätten denselben RAM-Typ, technisch falsch.
Für ein konkretes Gerät sollte vor einer Ersatzteilentscheidung immer Boardrevision und tatsächliche Bestückung dokumentiert werden. Moderne Ersatzmodule können ein System funktionsfähig halten, verändern aber den materiellen Originalzustand und sollten als Reparaturmaßnahme nachvollziehbar dokumentiert werden.
Die ersten Verkaufsversionen besitzen 4 oder 8 KB. Spätere Varianten der PET-/CBM-Linie werden mit 16 oder 32 KB angeboten. Auch für frühe Systeme existierten Speichererweiterungen.
Die Grenze von 16 KB ist deshalb kein generelles PET-2001-Limit. Der untere 32-KB-Adressraum kann grundsätzlich als RAM genutzt werden, während die oberen Bereiche für Video, Erweiterungs-ROM, I/O und Firmware reserviert sind.
Bank-Switching-Lösungen können darüber hinaus zusätzlichen Speicher bereitstellen, doch dieser gehört dann nicht gleichzeitig zum normalen linearen 6502-Adressraum.
Die frühen PETs besitzen mehrere ROM-Bausteine statt eines einzigen monolithischen Firmwarechips. Ein großer Teil des adressierbaren ROM-Bereichs enthält Microsoft-basiertes Commodore BASIC; hinzu kommen Editor- und hardwarenahe Systemroutinen.
Das Character ROM ist funktional Teil der Anzeigehardware. Es liefert die Bitmuster für Zeichen und Blockgrafiksymbole. Je nachdem, ob nur den CPU-adressierbaren System-ROM oder zusätzlich den Zeichengenerator gezählt wird, erscheinen in historischen Übersichten unterschiedliche Gesamtsummen.
Darum ist eine einzelne Zahl wie „12 KB ROM“ ohne Kontext irreführend. Beim ursprünglichen PET wird häufig von 14 KB CPU-System-ROM gesprochen; Sammlungsübersichten, die Character-ROM mitrechnen, nennen entsprechend größere Gesamtsummen.
Der ursprüngliche PET 2001 erschien mit Commodore BASIC 1.0. Diese frühe Firmware besitzt bekannte Fehler und Einschränkungen; besonders relevant ist die unzureichende BASIC-Unterstützung für die später angebotenen IEEE-488-Diskettenlaufwerke.
BASIC 2.0 beziehungsweise die dazugehörigen überarbeiteten ROM-Sätze korrigierten wichtige Probleme. PET-2001-N- und verwandte Systeme können daher mit deutlich anderer Firmware arbeiten als ein früher 1977er PET.
BASIC 4.0 gehört zur späteren Entwicklung und erweitert insbesondere die Diskettenbedienung. Es sollte nicht rückwirkend als ursprüngliches PET-2001-BASIC beschrieben werden.
Die hardwarenahen Commodore-Systemroutinen werden heute oft pauschal als KERNAL bezeichnet. Historisch ist jedoch Vorsicht sinnvoll: In der frühen PET-Zeit wurde intern noch von Kernel beziehungsweise Systemroutinen gesprochen; die bekannte Schreibweise KERNAL etablierte sich später im Commodore-Umfeld.
Diese Routinen initialisieren das System, bedienen Ein-/Ausgabe und stellen feste Einsprungpunkte bereit. Die grundlegende Idee langlebiger System-Entry-Points wurde in späteren Commodore-8-Bit-Systemen weitergeführt.
Der BASIC-Interpreter und die Systemroutinen liegen zwar beide im ROM, sind aber funktional unterschiedliche Schichten. BASIC ist die Benutzersprache; die Systemsoftware übernimmt hardwarenahe Dienste.
Commodore lizenzierte 6502-BASIC von Microsoft und passte es an die eigene Hardware an. Nach dem Einschalten landet der Benutzer direkt in dieser ROM-basierten Umgebung.
Programme bestehen aus nummerierten Zeilen und können mit Befehlen wie PRINT, INPUT, FOR/NEXT, IF/THEN, GOTO und GOSUB aufgebaut werden. Strings, Arrays und Fließkommafunktionen machen die Sprache für Unterricht und viele kleine Anwendungen ausreichend leistungsfähig.
Hardwarenaher Zugriff erfolgt über PEEK, POKE und Maschinenprogrammschnittstellen. Grafik- oder Soundbefehle im späteren Heimcomputer-Sinn fehlen; besondere Bildschirm- oder I/O-Effekte werden durch direkten Speicherzugriff beziehungsweise externe Hardware realisiert.
10 PRINT "PET 2001"
20 FOR I=1 TO 10
30 PRINT I
40 NEXT I
50 END
Das Beispiel zeigt den typischen unmittelbaren Arbeitsablauf:
Programm eintippen, LIST prüfen und RUN starten.
BASIC 1.0 ist nicht nur eine ältere Version, sondern verhält sich in einigen Fällen anders als spätere PET-ROMs. Bekannt sind Tokenisierungs- und Funktionsbeschränkungen, die in späteren ROM-Sätzen korrigiert wurden.
Für Softwareerhalt ist das wichtig: Ein Programm, das auf BASIC 2.0 problemlos läuft, muss auf einem unveränderten BASIC-1.0-PET nicht gleich reagieren. Emulatoren sollten deshalb die passende ROM-Revision verwenden.
Bei einem realen Archivgerät lässt sich die konkrete ROM-Fassung über Einschaltmeldung, bekannte Tests und letztlich über ROM-Dumps beziehungsweise Chipnummern bestimmen.
Eine der praktischsten Eigenschaften des PET ist sein bildschirmorientierter Editor. Cursorbewegung und direktes Bearbeiten bereits sichtbarer BASIC-Zeilen unterscheiden den Arbeitsablauf deutlich von einfachen Terminal- oder Zeileneditorumgebungen.
Eine vorhandene Programmzeile kann auf dem Bildschirm geändert und durch RETURN erneut in das BASIC-Programm übernommen werden. Bildschirm und Editor bilden damit einen interaktiven Arbeitsraum.
Diese Bedienidee prägte spätere Commodore-8-Bit-Rechner. Wer vom PET zu VIC-20 oder C64 wechselte, erkannte wesentliche Teile des interaktiven BASIC-Arbeitsmodells wieder.
Der ursprüngliche PET besitzt einen integrierten monochromen 9-Zoll-CRT. Frühe Geräte sind besonders mit weißem Phosphor bekannt; spätere Varianten der Familie verwenden auch grüne Bildschirme.
Die Textdarstellung umfasst 40 Spalten und 25 Zeilen, also 1000 sichtbare Zeichenpositionen. Die häufig anzutreffende Angabe 40×24 ist für den klassischen PET 2001 nicht korrekt.
Ein rechnerisches Raster von 320×200 Punkten ergibt sich aus 40×25 Zellen mit jeweils 8×8-Punkt-Zeichen. Das ist jedoch kein frei adressierbarer 320×200-Bitmapmodus. Software schreibt Zeichenwerte in Screen-RAM; die Videologik holt die zugehörigen Glyphenmuster aus dem Character ROM.
Beim frühen PET 2001 entsteht die Bildausgabe aus diskreter TTL-Logik. Ein einzelner späterer Videochip, der den gesamten Bildaufbau übernimmt, existiert nicht.
Zähler und Logikbausteine erzeugen Adressierung und Timing für Screen-RAM und Zeichengenerator. Diese Konstruktion ist hardwarehistorisch interessant, weil sie den Übergang zwischen diskreter Logik und später hochintegrierten Custom-Chips zeigt.
Erst spätere PET-/CBM-Modelle nutzen andere Videoarchitekturen, unter anderem CRTC-basierte Lösungen. Deshalb darf die Technik eines 8032 nicht rückwirkend auf einen ursprünglichen 2001 übertragen werden.
Die sichtbare Matrix benötigt 1000 Byte für 40×25 Zeichen. Der Screen-RAM-Bereich liegt im $8xxx-Adressraum und kann durch unvollständige Adressdecodierung gespiegelt erscheinen.
Ein direktes Schreiben eines Zeichencodes in eine Screen-RAM-Zelle verändert die entsprechende Bildschirmposition. Damit lassen sich schnelle Textanimationen und semigrafische Darstellungen ohne PRINT-Routinen erzeugen.
Die konkrete Adresse des sichtbaren Bereichs ist deshalb eine der ersten Hardwareadressen, mit denen viele PET-Programmierer experimentierten.
Prinzip:
Adresse = $8000 + (ZEILE * 40) + SPALTE
ZEILE: 0 bis 24
SPALTE: 0 bis 39
Wichtig: geschrieben wird ein PET-Bildschirmcode,
nicht einfach ein moderner Unicode- oder ASCII-Code.
Der PET verwendet Commodores PETSCII-Zeichencodierung. Sie ist von ASCII beeinflusst, aber nicht identisch mit ASCII. Steuerzeichen, Groß-/Kleinschreibung und Grafikzeichen folgen Commodores eigener Logik.
Die Block- und Liniengrafikzeichen sind besonders wichtig. Weil kein Bitmap-Grafikmodus vorhanden ist, können Programme aus Zeichenzellen dennoch Diagramme, Rahmen, Spielfelder und einfache Bilder zusammensetzen.
PETSCII wurde später zu einem charakteristischen Bestandteil der Commodore-8-Bit-Welt. Beim Dateiaustausch mit modernen Systemen muss daher zwischen gespeicherten PETSCII-Bytes und einer heutigen Unicode-Darstellung unterschieden werden.
Die fehlende Bitmapgrafik bedeutet nicht, dass der PET nur nüchterne Buchstaben darstellen konnte. Der Zeichensatz enthält Blockelemente und Sonderzeichen, aus denen Programme gröbere grafische Strukturen zusammensetzen.
Diese Methode war speichersparend, denn ein Bild benötigte weiterhin nur Zeichenwerte im Screen-RAM. Die feste Glyphenbibliothek begrenzte allerdings Formen und Detailgrad.
Viele frühe Spiele und Demonstrationen leben genau von dieser kreativen Nutzung der Zeichenmatrix.
Der ursprüngliche PET 2001 besitzt die kleine, aus Commodores Rechnerwelt abgeleitete Calculator-Tastatur mit insgesamt 69 Tasten und separatem numerischem Feld. Die kleinen quadratischen Tastenkappen sitzen streng in einem Raster.
Diese Tastatur ist historisch unverwechselbar, ergonomisch aber deutlich schlechter als eine vollwertige Schreibmaschinentastatur. Der Platzgewinn war notwendig, weil links daneben die eingebaute Datasette saß.
Spätere PET-2001-N- und CBM-Varianten verlegten die Datasette nach außen und nutzten eine größere, konventionellere Tastatur. Damit änderte sich die Alltagstauglichkeit erheblich.
Die Tastatur wird als Matrix abgefragt. Eine 6520 PIA und zusätzliche Decoderlogik wählen Matrixbereiche aus und lesen die Tastenzustände zurück.
Die Abfrage ist in die periodische Systemroutine eingebunden. Dadurch landen gedrückte Tasten in einem Betriebssystempuffer, aus dem BASIC und Editor Zeichen übernehmen.
Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie eng im PET Videotiming, Interruptlogik und Eingabeverarbeitung gekoppelt sind – ohne separaten Tastaturcontroller.
Die frühe PET-2001-Front enthält einen integrierten Kassettenrecorder. Verwendet werden gewöhnliche Compact Cassettes; es handelt sich nicht um ein proprietäres Kassettenträgerformat.
Commodores Elektronik steuert Motor, Lesen, Schreiben und die Tastenerkennung des Recorders. Auf dem Band werden digitale Informationen als zeitlich codierte Impulse gespeichert.
Der PET schreibt Daten redundant. Häufig wird eine nominelle Größenordnung von etwa 1500 Baud angegeben; durch die doppelte Aufzeichnung liegt die effektive Nutzrate deutlich darunter. Das verbessert die Chance, einen Block trotz Bandfehlern wiederherzustellen.
Die Commodore-Tapeaufzeichnung wird oft vereinfachend als FSK mit zwei festen Audiofrequenzen beschrieben. Für den PET ist es genauer, von einer Puls- beziehungsweise Zeitcodierung mit unterschiedlich langen Signalabschnitten zu sprechen.
Die Datasette liefert bereits aufbereitete digitale Read-/Write-Signale an den Computer. Sie ist deshalb mehr als ein beliebiger Audiokassettenrecorder mit Mikrofonanschluss.
Für digitalen Erhalt ist sowohl eine hochwertige Audio- beziehungsweise Pulsaufnahme als auch eine logisch dekodierte Tape-Datei wertvoll. Das Rohsignal sollte eine abgeleitete Nutzkopie nicht ersetzen.
Neben der eingebauten Datasette besitzt die Hauptplatine einen Anschluss für einen zweiten Commodore-Kassettenrecorder. Die Signale umfassen Masse, Versorgung für die Recorderlogik, Motorsteuerung, Read, Write und Sense.
Die +5-V-Leitung ist nicht als allgemeine externe Stromversorgung gedacht. Historische Handbücher weisen ausdrücklich darauf hin, den Anschluss für die vorgesehene Kassettenhardware zu verwenden.
Die Möglichkeit eines zweiten Recorders ist für Kopier- und Arbeitsabläufe interessant, weil Programme und Daten zwischen zwei Bändern übertragen werden konnten.
Der PET besitzt einen parallelen IEEE-488-Bus, in der Commodore-Welt auch als paralleler IEC-Bus bezeichnet. Diese Schnittstelle stammt aus der Messgerätewelt und ist deutlich leistungsfähiger als ein einfacher Druckerport.
Über IEEE-488 können mehrere adressierbare Geräte an einem Bus betrieben werden. Commodore nutzte dies für Diskettenlaufwerke und Drucker.
Die Wahl dieses Interfaces gab dem PET einen professionellen Charakter. Spätere preisgünstige Heimcomputer von Commodore wechselten aus Kostengründen zum seriellen IEC-Bus; das ist eine wichtige Trennlinie zwischen PET und C64.
IEEE-488 arbeitet mit acht parallelen Datenleitungen und separaten Management- und Handshakesignalen. Geräte können je nach Situation als Talker oder Listener auftreten.
Damit lassen sich mehrere Peripheriegeräte über einen gemeinsamen Bus logisch adressieren. Ein Diskettenlaufwerk kann beispielsweise eine Geräteadresse besitzen, während ein Drucker eine andere nutzt.
Die elektrische und protokollarische Komplexität ist höher als beim späteren seriellen Commodore-Bus, bietet dafür aber eine robuste Grundlage für professionelle Peripherie.
Als der ursprüngliche PET erschien, waren Commodores spätere IEEE-488-Diskettenlösungen noch nicht Teil des etablierten PET-Alltags. BASIC 1.0 besitzt Fehler beziehungsweise Einschränkungen in der Diskettenunterstützung.
Die hardwarenahen IEEE-Routinen sind zwar vorhanden, doch die BASIC-Ebene arbeitet nicht zuverlässig mit den späteren Laufwerken. Überarbeitete ROMs beziehungsweise BASIC 2.0 beheben entscheidende Probleme.
Darum muss bei einem PET mit Diskettenlaufwerk immer die ROM-Fassung mitgedacht werden. „IEEE-488 vorhanden“ bedeutet nicht automatisch „jede PET-Floppy läuft mit jeder ROM-Version“.
Commodores frühe PET-Diskettenstationen sind keine einfachen mechanischen Laufwerke. Sie enthalten eigene Prozessorlogik und verwalten Dateisystem und Laufwerkssteuerung weitgehend selbst.
Der 2040 ist ein wichtiges Beispiel für diese Architektur. Der PET sendet über IEEE-488 Befehle und Daten an ein eigenständiges Peripheriesystem.
Das Konzept lebt später im seriellen Commodore-IEC-Ökosystem weiter: Auch 1541 und verwandte Laufwerke sind „intelligente“ Geräte mit eigener CPU und Firmware.
In Europa begegnen bei Commodore-Diskettenstationen andere Modellbezeichnungen als in nordamerikanischen Unterlagen. Der 3040 gehört in den historischen PET-/CBM-Kontext und wird über IEEE-488 angeschlossen.
Bei der Archivierung alter Software ist deshalb nicht nur „Commodore-Floppy“ zu notieren, sondern möglichst das konkrete Laufwerk und dessen ROM-Version.
Format- und Firmwareunterschiede können beeinflussen, wie zuverlässig Medien zwischen Generationen gelesen werden.
Die 4040-Dual-Floppy gehört zur späteren, verbreiteten IEEE-488-Peripherie der PET-/CBM-Familie. Sie ist eng mit dem später bekannten Commodore-Diskettenformat verwandt.
Für einen ursprünglichen PET 2001 ist die Firmwarefrage weiterhin entscheidend. Ein BASIC-1.0-System ist nicht einfach gleichzusetzen mit einem späteren BASIC-4.0-PET, obwohl beide dieselbe physische IEEE-488-Busidee verwenden.
Die Diskettenseite des Archivs wird auf laufwerke-und-diskettenstationen.htm und dateisysteme-und-datentraeger.htm weitergeführt.
Der PET-User-Port ist ein Kartenstecker mit mehreren Signalen aus dem 6522 VIA sowie Diagnose- und Systemleitungen. Er ist kein einfacher 20-poliger Centronics-Stecker.
Die programmierbare Port-A-Gruppe stellt acht I/O-Leitungen bereit. Dazu kommen unter anderem Handshake- beziehungsweise Spezialleitungen wie CA1 und CB2.
Der Port wurde für eigene Elektronik, Druckeranpassungen, Messaufgaben und experimentelle Hardware genutzt. Einige Kontakte führen jedoch interne Diagnose- oder Videosignale und sind nicht als beliebige Strom- oder I/O-Leitungen zu behandeln.
Zusätzlich zu IEEE-488, User-Port und Kassettenanschlüssen besitzt der frühe PET einen Expansion-Port. Er führt wichtige Systembus- und Steuersignale nach außen.
Damit wurden Speicher- und Spezialerweiterungen möglich, die tiefer in den Adressraum eingreifen als einfache User-Port-Projekte.
Solche Erweiterungen müssen zur konkreten Boardrevision passen. Ein historischer PET sollte nicht mit einer unspezifizierten „RAM-Erweiterung über User-Port“ beschrieben werden, wenn tatsächlich der Expansion-Port beziehungsweise interne Speicherlogik gemeint ist.
Der Monitor ist intern angeschlossen. Auf Diagnose-/User-Port-Kontakten sind bei frühen Geräten Videosignale beziehungsweise Synchronisationssignale herausgeführt.
Das ist etwas anderes als ein serienmäßiger Composite- oder moderner Monitoranschluss. Ein normaler externer Bildschirm kann nicht einfach ohne passende Pegel- und Signalaufbereitung angeschlossen werden.
Die frühere Archivfassung war hier widersprüchlich: Sie nannte zunächst „Monitor-Out“, später aber keinen separaten Ausgang. Die Endfassung trennt interne beziehungsweise Diagnose-Videosignale von einem echten standardisierten Monitorport.
Der ursprüngliche PET 2001 besitzt keinen dedizierten Klangerzeuger und keinen SID. Für normale Systemnutzung ist daher kein integriertes mehrstimmiges Audio vorhanden.
Über den 6522 VIA, insbesondere CB2, kann ein Rechtecksignal erzeugt und über externe beziehungsweise spätere Zusatzschaltungen hörbar gemacht werden.
Spätere PET-Varianten können mit Piezo-Lösungen auftreten. Diese Entwicklung darf nicht pauschal auf jeden ursprünglichen 2001 übertragen werden.
Der PET besitzt ein internes Netzteil beziehungsweise interne Netzspannungsversorgung. Das unterstützt das All-in-one-Konzept, bedeutet aber zugleich, dass im geöffneten Gerät gefährliche Netz- und CRT-Spannungen vorhanden sein können.
Logik, Monitor und Kassettenmechanik besitzen unterschiedliche Versorgungsanforderungen. Historische Netzteil- und Monitorrevisionen können sich unterscheiden.
Eine pauschale Wattzahl oder universelle 110-bis-240-V-Eignung sollte deshalb nicht ohne Typenschild des konkreten Geräts behauptet werden.
CRT-Monitor und internes Netzteil können lebensgefährliche Spannungen und gespeicherte Energie führen. Die Seite dokumentiert Funktion und typische Fehlerbilder, enthält aber bewusst keine Anleitung zum Arbeiten an offenem Hochspannungs- oder Netzspannungsgerät.
Der klassische PET arbeitet ohne typischen PC-Gehäuselüfter. Im normalen Betrieb dominiert daher akustisch vor allem die Kassettenmechanik, wenn sie läuft.
Lüfterlos bedeutet jedoch nicht kühl. Gerade frühe Speicher- und ROM-Bausteine sowie Spannungsregler können erheblich warm werden.
Bei Erhaltungsarbeiten ist ungewöhnliche Hitze ein Diagnosehinweis, aber kein Anlass zu unkontrolliertem Teiletausch. Boardrevision und Schaltplan müssen zuerst feststehen.
Nach dem Einschalten startet der 6502 über den Resetvektor im System-ROM. Die Firmware initialisiert Speicher- und I/O-Zustände, richtet Bildschirm und Tastatur ein und übergibt anschließend an BASIC.
Der Benutzer sieht eine Startmeldung mit dem verfügbaren freien BASIC-Speicher. Bei einem 8-KB-System liegt dieser Wert deutlich unter 8192 Byte, weil Betriebssystemvariablen und andere Bereiche bereits Speicher beanspruchen.
Dieser direkte Weg zum READY-Prompt ist ein Kernbestandteil des PET-Konzepts: kein Datenträger muss eingelegt werden, damit ein programmierbares System entsteht.
Beim PET ist Programmieren keine Spezialfunktion. BASIC steht unmittelbar nach dem Start bereit, und die Dokumentation führt Anwender direkt in Variablen, Schleifen, Ein-/Ausgabe und Programmspeicherung ein.
PEEK und POKE öffnen zusätzlich den Weg zu Bildschirm, I/O und Speicher. Maschinensprache kann für Geschwindigkeitskritisches eingesetzt werden.
Diese Nähe zwischen Benutzersprache und Hardware erklärt, warum der PET in Ausbildung und technischen Anwendungen gut funktionierte: derselbe Rechner konnte einfache Programme, hardwarenahe Experimente und Büroanwendungen abdecken.
Frühe PET-Systeme besitzen Diagnose- und Monitorfunktionen, die für Service und maschinennahes Arbeiten genutzt werden können. Der genaue Einstieg hängt von ROM-Revision und Systemzustand ab.
Für Archivzwecke ist der Monitor besonders wertvoll, weil Speicherbereiche inspiziert und Maschinenprogramme untersucht werden können, ohne ein externes Betriebssystem zu laden.
Konkrete Service-Einstiege sollten immer zur ROM- und Boardrevision passen; pauschale SYS-Adressen aus späteren PET-Modellen sind kein sicherer Ersatz.
Für den PET entstanden Lernprogramme, Bürosoftware, Text- und Datenanwendungen, Werkzeuge, Assembler und Spiele. Die monochrome Zeichenanzeige und knappe Speicherausstattung setzten klare Grenzen, verhinderten aber kein vielfältiges Softwareangebot.
Viele Programme existieren in Varianten für unterschiedliche RAM-Größen und ROM-Versionen. Diskettenprogramme können zusätzlich ein bestimmtes Laufwerk oder BASIC-ROM voraussetzen.
Bei historischer Softwarezuordnung ist deshalb die Kombination aus Modell, RAM, ROM und Speichermedium wichtiger als der bloße Dateiname.
Obwohl der PET nicht als Spielemaschine entworfen wurde, entstand eine eigenständige Spielkultur. Entwickler nutzten PETSCII-Symbole, schnelle Screen-RAM-Manipulation und Maschinensprache, um bewegte Darstellungen zu erzeugen.
Die visuelle Ästhetik unterscheidet sich stark von späteren VIC-II- oder Atari-Grafiksystemen. Gerade deshalb zeigen PET-Spiele sehr anschaulich, wie viel sich aus einer festen Zeichenmatrix herausholen lässt.
Für Emulation und Erhalt ist das Timing von Tastatur, Bildschirm und CPU ausreichend wichtig, dass ein „irgendwie laufender“ BASIC-Interpreter nicht jede historische Software korrekt repräsentiert.
Der vollständig integrierte Aufbau, ROM-BASIC und die robuste Bürogeräteanmutung machten die PET-/CBM-Reihe für Bildungseinrichtungen attraktiv.
In Klassenräumen war ein System vorteilhaft, das ohne separat zu beschaffenden Monitor startbereit war und eine einheitliche Softwareumgebung bot. Spätere PET-/CBM-Modelle bauten diese Position besonders in Europa weiter aus.
Dabei sollte nicht jeder Schulerfolg der gesamten Familie dem ursprünglichen 1977er PET 2001 allein zugerechnet werden. Viele institutionelle Installationen bestanden bereits aus 3000-, 4000- oder 8000-Modellen.
40 Zeichen pro Zeile und Kassettenbetrieb wirken aus heutiger Sicht wenig bürotauglich. In der frühen Mikrocomputerphase genügte die Plattform dennoch für viele kleinere Verwaltungs-, Kalkulations- und Datenanwendungen.
Mit mehr RAM und IEEE-488-Disketten änderte sich der praktische Einsatz deutlich. Ein PET mit Diskettenstation und Drucker ist funktional ein anderes Arbeitssystem als ein nackter 8-KB-PET mit Kassette.
Die Entwicklung der Modellfamilie zeigt deshalb, wie aus einem frühen All-in-one-Mikrocomputer schrittweise eine kleine professionelle Systemumgebung wurde.
Der Apple II setzte stark auf Erweiterungssteckplätze, Farbgrafik und einen modulareren Aufbau. Der PET integrierte Bildschirm, Netzteil und beim frühen Modell sogar den Kassettenrecorder.
Die frühere Archivfassung stellte den Apple II fälschlich so dar, als sei er grundsätzlich ohne Tastatur verkauft worden. Der Apple II war ebenfalls ein integrierter Rechner mit eingebauter Tastatur, benötigte jedoch einen externen Bildschirm beziehungsweise Fernseher.
Der Vergleich sollte deshalb nicht in „fertig gegen unfertig“ verkürzt werden. PET und Apple II priorisierten unterschiedliche Formen von Integration und Erweiterbarkeit.
Der TRS-80 Model I war ebenfalls Teil der 1977er Mikrocomputerwelle. Er kombinierte Rechner und Tastatur, verwendete aber einen separaten Monitor und externe Kassettenspeicherung.
Radio Shacks Vertriebsnetz half dem TRS-80 besonders in Nordamerika. Der PET wiederum profitierte in anderen Märkten von Commodores eigener Hardwarebasis und seiner integrierten Bauform.
Beide Systeme zeigen, dass der Markt 1977 nicht von einem einzigen „ersten Personal Computer“ geprägt wurde, sondern von mehreren konkurrierenden Systemkonzepten.
Der KIM-1 war ein Entwicklungsboard mit 6502, kleinem Speicher, Hex-Tastatur und LED-Anzeige. Er demonstrierte die Plattform, war aber kein kompletter Desktoparbeitsplatz.
Der PET übernahm nicht einfach die KIM-1-Platine. Er überführte die 6502-/MOS-Idee in ein System mit Volltastatur, CRT, BASIC, Massenspeicher und professionellen I/O-Schnittstellen.
Gerade dieser Schritt von der Entwicklerplatine zum gebrauchsfertigen Rechner macht die historische Verbindung besonders interessant.
Der VIC-20 verfolgt ein anderes Marktmodell: günstiger, wohnzimmertauglicher und stärker auf private Anwender ausgerichtet. Er nutzt einen Fernseher beziehungsweise externen Bildschirm und verzichtet auf den schweren integrierten CRT.
Softwareseitig bleibt die Commodore-DNA erkennbar: BASIC-Prompt, Screen Editor, PETSCII und ROM-basierte Systemroutinen.
Technisch verschiebt sich die Architektur jedoch deutlich zu stärker integrierten Spezialchips und dem preisgünstigeren seriellen IEC-Peripheriebus.
Der C64 übernimmt wesentliche Bedienkonzepte aus der Commodore-8-Bit-Tradition, ist hardwareseitig aber keine bloße PET-Weiterentwicklung. 6510, VIC-II, SID, Bank-Switching und serieller IEC-Bus schaffen eine andere Plattform.
Die Gemeinsamkeit liegt stärker in Softwarekonventionen, PETSCII, BASIC-Arbeitsweise und Commodores Peripheriephilosophie als in einer identischen Systemarchitektur.
Die eigene Vertiefung steht auf c64.htm.
Der C128 kombiniert mehrere Betriebswelten und führt viele Commodore-Systemkonventionen weiter. Die lange Lebensdauer bestimmter ROM-Einsprungsideen lässt sich bis in die PET-Zeit zurückverfolgen.
Trotzdem ist Softwarekompatibilität nicht pauschal: PET-Programme können andere Bildschirmcodes, RAM-Adressen, ROM-Routinen und Hardware voraussetzen.
Die Vertiefung zum späteren System steht auf c128.htm.
Der C65 steht technisch weit vom PET entfernt, ist aber als historische Klammer interessant. Zwischen beiden liegen rund anderthalb Jahrzehnte Commodore-8-Bit-Entwicklung.
Aus dem 1-MHz-6502-System mit diskreter Videologik wird eine hochintegrierte, stark erweiterte 8-Bit-Plattform. Der Vergleich macht sichtbar, welche Teile der Bedienkultur blieben und welche Hardwarekonzepte vollständig ersetzt wurden.
Die eigene Archivseite liegt auf c65.htm.
Die 2001-N/-B- beziehungsweise europäischen CBM-3000-Ausführungen entfernen die eingebaute Datasette aus der Arbeitsfläche und schaffen Platz für eine größere Tastatur.
Je nach Modell stehen 8, 16 oder 32 KB RAM zur Verfügung. ROMs und Hauptplatinen unterscheiden sich von den ganz frühen statischen PET-2001-Systemen.
Im Alltag ist dieser Schritt erheblich: längere Texte und Programme lassen sich auf der großen Tastatur wesentlich angenehmer eingeben.
Die PET-/CBM-4000-Serie entwickelt die 40-Zeichen-Linie weiter und wird besonders mit 32-KB-Modellen wie dem 4032 bekannt.
BASIC 4.0 verbessert die Arbeit mit Disketten durch zusätzliche Befehle. Dadurch wird der PET als professionelles Dateisystemarbeitsgerät komfortabler als die frühe BASIC-1.0-Generation.
Äußerlich und intern existieren unterschiedliche Gehäuse- und Monitorvarianten; „PET“ bezeichnet inzwischen eher eine Familie als ein einziges unverändertes Gerät.
Die 8000er-Modelle bieten 80 Zeichen pro Zeile und sind damit für Text, Tabellen und Geschäftsanwendungen deutlich besser geeignet.
Sie verwenden eine weiterentwickelte Videoarchitektur und größere Monitore. Der direkte Vergleich mit dem ursprünglichen 40×25-PET zeigt, wie stark Commodore die Plattform in Richtung Bürocomputer ausbaute.
Für Softwarekompatibilität ist die 80-Zeichen-Hardware ein Einschnitt, weil Bildschirmaufbau und Adressen nicht einfach identisch bleiben.
Der SuperPET beziehungsweise SP9000 entstand als Spezialentwicklung für Hochschul- und Ausbildungsumgebungen. Neben der 6502-Welt kommt ein Motorola-6809-Prozessor hinzu.
Zusätzliche Programmiersprachen und das Waterloo-Umfeld machen den SuperPET zu einem ungewöhnlichen Endpunkt der klassischen PET-Familie.
Er ist kein direkter Nachfolger des PET 2001 im Sinne einer einfachen Modellstufe, sondern eine spezialisierte professionelle Variante.
Der PET verkaufte sich erfolgreich genug, um Commodore dauerhaft als Computerhersteller zu etablieren. Exakte Stückzahlen für einzelne frühe Untervarianten werden in Sekundärquellen jedoch unterschiedlich angegeben.
Für eine seriöse Archivseite ist deshalb eine pauschale Zahl wie „65.000 PET 2001“ weniger hilfreich als die belegbare Aussage, dass die Plattform besonders in Bildung und frühen professionellen Anwendungen eine erhebliche Verbreitung erreichte.
Auch Preise schwankten nach Land, Zeitpunkt, RAM-Ausstattung und Händler. Die frühe deutsche Größenordnung lag im Bereich mehrerer tausend DM; ein international einheitlicher Listenpreis über die gesamte PET-2001-Laufzeit existierte praktisch nicht.
Die Nachfrage nach den ersten PETs traf auf eine anfangs begrenzte Fertigungskapazität. Historische Museumsdarstellungen berichten von sehr kleinen täglichen Stückzahlen in der frühen Phase.
Das erklärt, warum Präsentation 1977 und tatsächliche breite Verfügbarkeit zeitlich auseinanderliegen. Ein „Erscheinungsjahr 1977“ sagt nicht, dass ein typischer Käufer im Januar 1977 bereits sofort ein Seriengerät erhalten konnte.
Bei der Datierung einzelner Geräte sind deshalb Typenschild, Boardrevision und Komponenten oft aussagekräftiger als eine allgemeine Modelljahresangabe.
In Europa wurde die PET-/CBM-Familie besonders sichtbar. Modellnamen änderten sich regional; aus PET-Bezeichnungen werden im professionellen Umfeld zunehmend CBM-Nummern.
Schulen und kleinere Betriebe setzten die Maschinen ein, weil Komplettsystem, BASIC und Commodores eigene Peripherie ein relativ geschlossenes Ökosystem bildeten.
Für heutige Sammler führt diese regionale Geschichte zu Namensverwirrung: PET 2001-16N und CBM 3016 können eng verwandt sein, obwohl die Typenschilder unterschiedlich wirken.
Bei erhaltenen PETs treten Fehler nicht nur an einem Bauteiltyp auf. Frühere SRAM- und ROM-Bausteine, gesockelte ICs, Tastaturkontakte, Netzteilkomponenten, Steckverbinder und die Kassettenmechanik können altern.
Ein weißer oder grüner Bildschirm ohne READY-Prompt kann viele Ursachen haben: CPU-Takt, Reset, ROM, RAM, I/O oder Video können beteiligt sein. Zufälliger Teiletausch ist deshalb keine belastbare Diagnose.
Ein funktionsfähiges Gerät sollte ebenfalls dokumentiert werden, bevor ein Fehler auftritt: Fotos des Bildschirms, Boardnummern, ROM-Chipnummern und ein ROM-Dump sind später wertvolle Referenzen.
Defektes RAM kann Startfehler, zufällige Zeichen, Abstürze oder fehlerhafte BASIC-Speicherangaben verursachen. Gerade frühe MOS-6550-Bausteine sind heute ein bekannter Problemfaktor.
Da Boardrevisionen unterschiedliche RAM-Typen verwenden, ist ein Symptom allein kein Beweis für eine bestimmte Chipfamilie.
Für Erhaltungsdokumentation sollte ein ersetzter Baustein nicht unsichtbar werden: Position, Originaltyp, Ersatztyp und Datum der Maßnahme gehören in die Geräteakte.
Fehlerhafte Firmware-ROMs können den Start vollständig verhindern oder nur einzelne Funktionen beschädigen. Bei frühen PETs kommen außerdem verschiedene ROM-Bausteintypen und ROM-Sätze vor.
Ein ROM-Dump mit Prüfsummen erlaubt Vergleich mit bekannten Images und hilft, eine ungewöhnliche Firmware von einem Lesefehler zu unterscheiden.
Ein moderner ROM-Ersatz kann praktisch sein, sollte aber nicht mit einer historisch originalen ROM-Bestückung verwechselt werden.
Nach Jahrzehnten können Kontakte oxidieren oder verschmutzen. Einzelne Tasten reagieren dann unzuverlässig, obwohl Tastenkappe und Feder mechanisch normal wirken.
Auch PIA, Matrixleitungen und Steckverbindungen können dieselben Symptome verursachen. Eine saubere Diagnose trennt deshalb Kontaktproblem und Elektronikproblem.
Aggressive Kontaktmittel oder mechanisches Abschleifen sind für historische Materialien riskant. Konservierende, nachvollziehbare Maßnahmen haben Vorrang.
Die eingebaute Mechanik altert unabhängig von der Rechnerlogik. Riemen können sich längen oder zersetzen; Andruckrollen verhärten; verschmutzte Köpfe oder falscher Bandlauf verschlechtern die Lesbarkeit.
Ein nicht ladendes Programm beweist deshalb keinen digitalen Datenverlust. Zuerst muss zwischen Medium, Mechanik und elektronischem Read-Signal unterschieden werden.
Bei seltenen Originalkassetten sollten unnötige Wiederholungsversuche vermieden werden, wenn der Transport auffällig ist.
Der Monitor gehört zum Charakter des PET. Geometrie, Fokus, Helligkeit und Phosphorfarbe prägen die historische Nutzungserfahrung.
Gleichzeitig ist der CRT-Bereich sicherheitstechnisch der kritischste Teil des Geräts. Auch nach dem Ausschalten können gefährliche Spannungen gespeichert sein.
Für die Archivpraxis sind Fotos des normalen Betriebs, sichtbare Bildgeometrie und Typenschilddaten wertvoller als unnötiges Öffnen der Hochspannungseinheit.
Arbeiten an CRT-Anode, Zeilentrafo, Netzteil oder netzspannungsführenden Baugruppen gehören in fachkundige Hände. Hier werden bewusst keine Entlade-, Mess- oder Reparaturschritte für Hochspannung beschrieben.
Ein PET trägt nach Jahrzehnten Gebrauchsspuren, Staub und mögliche Vergilbung. Nicht jede optische Veränderung ist ein Defekt.
Aggressive Bleiche, ungeprüfte Lösungsmittel oder starkes Polieren können Kunststoff, Beschriftung und Oberflächen dauerhaft verändern.
Für ein Archivgerät zählt deshalb Erhaltung mehr als fabrikneue Optik. Reinigung sollte reversibel beziehungsweise materialschonend erfolgen und historische Beschriftungen nicht gefährden.
Für den PET sind einige wenige Fotos besonders aussagekräftig: Frontansicht, Typenschild, Unterseite beziehungsweise Seriennummer, Hauptplatine mit sichtbarer Assembly-Nummer, ROM-/RAM-Bestückung und ein eingeschalteter READY-Bildschirm.
Zusätzlich sind Angaben zu Datasette, vorhandenen Kabeln, IEEE-488-Peripherie und Reparaturhistorie wertvoll.
Diese Daten können später ergänzt werden, ohne die technische Seite neu zu konzipieren. Der heutige Text vermeidet deshalb konkrete Serien- oder Boardangaben, die noch nicht belegt sind.
Ein ROM-Dump konserviert die Bytefolge der tatsächlich eingebauten Firmware. Das ist besonders bei alten ROM-Sätzen, regionalen Varianten und möglichen Händler- beziehungsweise Anwenderänderungen wichtig.
Jeder Dump sollte mit Chipposition, Chipbeschriftung und SHA-256 dokumentiert werden. Mehrfaches Auslesen kann zufällige Lesefehler sichtbar machen.
Das physische ROM bleibt trotzdem erhalten. Digitaler Dump und Originalbaustein dokumentieren unterschiedliche Ebenen.
Kassetten sollten möglichst quellengetreu erfasst werden, bevor Band oder Mechanik weiter altern. Eine hochwertige Rohaufnahme erhält mehr Information als eine sofort dekodierte Programmdatei.
Aus dem Rohsignal können später logisch interpretierte Tape-Images oder Programmdateien gewonnen werden. Diese Derivate sind für Emulatoren bequem, ersetzen aber nicht die Originalaufnahme.
Der generelle Preservation-Ansatz wird auf emulation-und-digitaler-erhalt.htm ausführlich behandelt.
Disketten aus PET-/CBM-Umgebungen sollten als vollständige Medienimages erfasst werden, nicht nur als Sammlung sichtbarer Dateien.
Dadurch bleiben Verzeichnis, Blockbelegung, REL-Dateien, gelöschte Reste und andere Dateisysteminformationen besser erhalten.
Bei ungewöhnlichen Schutz- oder Fehlerstrukturen kann eine tiefere Flux-Erfassung sinnvoll sein. Die passende Ebene hängt vom Medium ab.
Ein PET kann über unterschiedliche Brücken mit heutigen Rechnern verbunden werden: moderne IEEE-488-Adapter, emulierte Laufwerke, Kassettenadapter oder spezialisierte Interfaces.
Wichtig ist die Trennung zwischen Originalmedium, erzeugtem Image und extrahierter Datei. PETSCII-Namen und Textinhalte sollten nicht unbemerkt in moderne Zeichensätze umgewandelt werden.
Die allgemeine Transferseite steht auf dateitransfer-und-dateiaustausch.htm.
PET-Systeme lassen sich heute softwareseitig emulieren. VICE unterstützt die Commodore-PET-Familie; MAME dokumentiert und emuliert ebenfalls zahlreiche PET-/CBM-Varianten.
Für eine authentische Konfiguration müssen Modell, RAM-Größe und ROM-Version zusammenpassen. Ein „PET-Emulator“ mit irgendeinem BASIC-ROM ist keine präzise Reproduktion eines konkreten 1977er oder 1979er Geräts.
Original-ROM-Dumps, Tape-/Disk-Images und eine dokumentierte Emulatorkonfiguration bilden zusammen eine belastbare digitale Zugriffsumgebung.
Emulation schützt den Zugang zu Software, ersetzt aber nicht das physische Gerät. Tastaturgefühl, CRT-Bild, Kassettenmechanik, elektrische Schnittstellen und Bauteilrevisionen existieren nur am Original vollständig.
Umgekehrt schützt die Originalhardware allein keine Software, wenn Kassetten und ROM-Inhalte nicht digitalisiert werden.
Ein technisches Archiv braucht deshalb beides: materielle Erhaltung und digitale Reproduzierbarkeit.
Der PET ist ein gutes Beispiel für die frühe Mikrocomputerphase mit wenigen Kilobyte statischem RAM, festem ROM und eng kalkuliertem Adressraum.
Spätere Rechner verschieben die Grenzen mit DRAM, Bank-Switching, MMUs und größeren Adressräumen. Die technische Entwicklung ist auf arbeitsspeicher-rom-und-speichererweiterungen.htm ausführlich dokumentiert.
Gerade der Vergleich macht sichtbar, wie viel Softwarefunktion Commodore aus 4 oder 8 KB RAM herausholen musste.
Der 6502 gehört zu den prägendsten 8-Bit-Prozessoren. Seine Kombination aus niedrigen Kosten, effizienter Speicheradressierung und einfacher Systemintegration machte ihn für viele Heim- und Lerncomputer attraktiv.
Der PET zeigt den Prozessor in einer frühen, relativ transparenten Systemumgebung – noch vor komplexen Custom-Chip-Plattformen.
Die allgemeine CPU-Einordnung steht auf prozessoren-und-rechnerarchitekturen.htm.
Der PET ist auch deshalb technisch interessant, weil seine Anschlüsse sehr unterschiedliche Abstraktionsebenen repräsentieren: professioneller Gerätebus, programmierbare Parallel-I/O, Kassetteninterface und Systembus-Erweiterung.
Diese Vielfalt zeigt, dass „Schnittstelle“ nicht automatisch dasselbe wie „Dateitransfer“ bedeutet.
Verwandte Grundlagen stehen auf interfaces.htm und schnittstellen-und-kabel.htm.
Der PET war nicht der erste Personal Computer überhaupt. Er war aber einer der ersten preislich vergleichsweise erreichbaren, vollständig integrierten Serien-Mikrocomputer.
Der ursprüngliche Bildschirm zeigt 40×25 und nicht 40×24 Zeichen. Das daraus resultierende 320×200-Zeichenraster ist kein frei adressierbarer Bitmapmodus.
Der frühe PET besitzt keine 73-Tasten-Standard-PC-Tastatur, sondern die charakteristische 69-Tasten-Calculator-/Chiclet-Tastatur. Seine Datasette nutzt normale Compact Cassettes und keine proprietären Spezialkassetten.
Nicht jeder PET 2001 besitzt dieselben RAM-Chips. 6550 und 2114 kommen je nach Boardrevision vor. Der adressierbare RAM-Ausbau ist nicht generell auf 16 KB begrenzt.
Der ursprüngliche PET besitzt keinen dedizierten Soundchip. BASIC 4.0 ist außerdem nicht die ursprüngliche 1977er Firmware, sondern eine spätere Entwicklungsstufe.
Die folgende Übersicht beschreibt den ursprünglichen PET 2001 und markiert spätere Entwicklungen getrennt. Gerade bei PET-Angaben ist das wichtig, weil Datenblätter verschiedener Generationen häufig miteinander vermischt werden.
| Merkmal | Ursprünglicher PET 2001 | Spätere Entwicklung |
|---|---|---|
| Einführung | 1977 | 2001-N/-B und CBM-3000 ab Folgejahren |
| CPU | MOS 6502, etwa 1 MHz | 6502 bleibt lange Basis |
| RAM | 4 oder 8 KB | 16/32 KB und weitere Varianten |
| RAM-Technik | frühe statische Boards; 6550 bzw. je nach Revision 2114 | spätere Boards auch andere Speicherarchitekturen |
| ROM | frühes Commodore BASIC 1.0 + Editor/System + Character ROM | BASIC 2.0, später BASIC 4.0 |
| Bild | 40×25 Zeichen, 9 Zoll, monochrom | später 40/80 Spalten und größere Monitore |
| Grafik | Zeichen-/Semigrafik, kein Bitmapmodus | weiterhin textorientiert, je nach Modell andere Videoarchitektur |
| Tastatur | 69-Tasten Calculator/Chiclet | später vollwertige QWERTY-Tastatur |
| Kassette | eingebaute Datasette + zweiter Port | später externe Datasette |
| Diskette | IEEE-488-Peripherie, ROM-Kompatibilität beachten | 2040/3040/4040 und weitere Laufwerke |
| I/O | IEEE-488, User-Port, Expansion, 2× Datasette | Grundidee bleibt, Details ändern sich |
| Sound | kein dedizierter Soundchip | spätere Beeper-/Zusatzlösungen je nach Modell |
Die Seite ist bereits fachlich vollständig nutzbar. Für die individuelle Gerätegeschichte lassen sich später noch einige eindeutig mess- oder fotografierbare Daten ergänzen.
Wichtig ist dabei, nur Beobachtetes zu dokumentieren und nicht aus Produktionsjahr oder äußerer Form auf eine bestimmte Boardrevision zu schließen.
Der PET passt in mehrere bereits dokumentierte Linien: frühe 6502-Architektur, Arbeitsspeicher und ROM, Datenträger, Schnittstellen, Dateitransfer, Emulation und die spätere Commodore-Familie.
Besonders eng sind die Beziehungen zu C64, C128, C65, Prozessoren und Rechnerarchitekturen, Arbeitsspeicher, ROM und Speichererweiterungen sowie Emulation und digitaler Erhalt.
Der PET 2001 steht innerhalb dieser Kette für die frühe Phase: wenige Kilobyte RAM, ROM-BASIC, diskrete Videologik, professionelle IEEE-488-Peripherie und ein vollständig integrierter Desktoprechner lange vor dem späteren Massenmarkt des C64.
sslxy.de ist ein privates, nicht-kommerzielles Technik- und Webarchiv. Diese Seite dokumentiert den Commodore PET 2001, seine Architektur, Firmware, Peripherie und Erhaltung. Unter der Bezeichnung sslxy werden keine gewerblichen Reparatur-, Restaurierungs-, Datenrettungs-, Beratungs-, Support- oder IT-Dienstleistungen angeboten.
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